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Fachgerechte Barhuferhaltung

Die Barhufpflege oder auch Barhuferhaltung sowie das Ausschneiden der Hufe ist ein viel diskutiertes Thema. Eine korrekte und fachgerechte Barhufkenntnis des Hufbearbeiters ist die elementare Voraussetzung für ein gesundes und schmerzfreies Pferdeleben. Wer nichts von der Barhufpflege versteht, kann auch kein Pferd fachgerecht Beschlagen!

Gott sei Dank ist die Zeit der lustlosen Hufschmiede, die mal eben den Huf in Windeseile "zurechtstutzen", vorbei.

Heutzutage lässt sich der Hufschmied das Pferd immer in der Bewegung zeigen. Anschließend, nach sorgfältiger Arbeit und Kundengespräch, wird das Pferd wieder in der Bewegung begutachtet. Schmiede, die diese wichtigen und vorgeschriebenen Arbeitsschritte auslassen, handeln grob fahrlässig, und sollten vom Kunden gemieden werden. Heute gibt es viele gute Hufpfleger und Hufschmiede auf dem Markt, niemand sollte einen hektischen und billigen "Hauruckschmied" an seinem Pferd lassen. Denn es gilt: "Der billige Hufschmied ist sich selbst nicht mehr Wert."

Im Laufe der Evolution haben sich die Vorfahren unserer heutigen Pferde immer wieder den Bedingungen ihrer Lebensräume angepasst und sich so im Laufe der Zeit zu den Pferden entwickelt, die wir heute kennen.
Die so genannte "Medio- Laterale Hufbalance" wird schon in älteren Fachbüchern thematisiert und wird derzeit wieder aufgekocht. Heute werden jedoch noch weitere Gegebenheiten wie die Flexibilität (F) mit berücksichtigt. 
Kleine Abweichungen, welche die einfallenden Körperlasten in die Hornkapsel einwirken lassen, können sich sehr unvorteilhaft in die Symetrie der Hufstatik auswirken. 
Wir Hufbearbeiter versuchen eigentlich immer nur die Natur zu verstehen und ggfs nachzuahmen. Das Rad erfindet man nicht zum zweiten Male neu...

Eine grundlegende Rolle hat bei dieser fortwährenden Entwicklung der Huf eingenommen. Dieser wurde im Laufe der Evolution so weiterentwickelt, dass bei einem wild lebenden Pferd der Huf, wie unsere Fingernägel, permanent nachwächst um den natürlichen Verschleiß auszugleichen. Bei unseren heutigen Pferden ist aufgrund der Haltung dieser Verschleiß normalerweise nicht mehr vorhanden, so dass es zu übermäßigem Hufwachstum kommt. Das führt zu Verformungen des Hufes und somit zu Einschränkungen der natürlichen Huffunktionen. Dies muss durch einen qualifizierten Hufbearbeiter korrigiert werden. Die Korrektur ist jedoch nicht immer im Hufbeschlag, sondern vielmehr in der qualifizierten Barhufpflege zu finden. Leider werden zu viele Pferde grundlos beschlagen und andere Pferde (mit erheblichen Defiziten) bekommen keinen helfenden Beschlag weil der Besitzer einer Ideologie folgt. Das Pferd ist somit häufig ein leidtragendes Wesen weil entweder der Besitzer oder der Hufbearbeiter auf eigene Interessen beharren.



Jedes Pferd muss vor der Barhufbehandlung in seiner individuellen Bewegung begutachtet werden, damit anschließend die Hufe fachgerecht und individuell korrigiert werden können. Nur so ist es möglich, den Huf seine natürliche Form prägen zu lassen und seine wichtigen Funktionen zu erhalten.

Die Blutpumpfunkton der Hufe ist deshalb für ein gesundes Herz-/Kreislaufsystem von besonderer Wichtigkeit. Neben dem Blut wirkt die Pumpe auch noch auf die Lymphe und die Füllung der Sehnenscheiden.

Stoßdämpfer
Als Teil des Stoßdämpfungssystems des Pferdes sorgt der Huf für ein weiches, elastisches Auffußen. Dies ist wichtig um Gelenke, Sehnen und Bänder vor Verletzungen zu schützen und gibt dem Reiter ein angenehmes Reitgefühl.

Schuh
Die Sohle des Hufes ist im Vergleich mit der Haut der Fußsohle des Menschen wesentlich dicker. Der Huf des Pferdes kann mit dem Schuh des Menschen gleichgesetzt werden. Das Pferd hat also nicht erst dann Schuhe an, wenn es beschlagen ist! Der Huf als Schuh bietet dem Pferd Schutz vor mechanischen und thermischen Einflüssen und gibt ihm optimalen Griff auf allen Böden.